Berufsfeuerwehr Salzgitter

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Ein ereignisreicher Tag für die Feuerwehr Salzgitter mit dem Fazit: Rauchmelder retten Leben!

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Am heutigen Donnerstag (25.06.2015) konnte die Feuerwehr Salzgitter wieder in allen Bereichen ihr Können unter Beweis stellen und den Bürgerinnen und Bürgern kompetent und schnell Hilfe leisten.


Begonnen hat der Tag mit einer Telefonreanimation durch die Einsatzleitstelle. Gegen 08:15 Uhr meldete ein Anrufer über Notruf eine bewusstlose Person. Der annehmende Disponent machte sich sehr schnell ein Bild von der Lage und alarmierte den Rettungsdienst. Parallel gab er dem Anrufer telefonisch Anweisungen zur ersten Hilfe in einer Reanimation der bewusstlosen Person mündete. Der Disponent blieb solange mit dem Anrufer verbunden und gab ihm Hinweise zur Durchführung der Maßnahmen, bis die alarmierten Kräfte des Rettungsdienstes vor Ort eintrafen.

Gegen 09:55 Uhr meldete sich eine ältere weibliche Person per Notruf in der Leitstelle, dass es ihr nicht gut gehe, sie sich in ihrer Wohnung befinde aber die Tür nicht mehr selber öffnen könne. Die Kräfte der Hauptfeuerwache rückten daraufhin mit dem Einsatzleitwagen, dem Löschfahrzeug und der Drehleiter sowie einem Rettungswagen und einem Notarzt zur Einsatzstelle in Lebenstedt aus. Vor Ort konnte die Tür gewaltfrei und ohne Schaden zu verursachen schnell geöffnet werden, so dass der Rettungsdienst die weitere Versorgung und den Transport der Person ins Krankenhaus übernehmen konnte. Bei solchen Einsätzen rückt neben dem Löschfahrzeug, auf dem sich die Gerätschaften für eine Türöffnung befinden auch die Drehleiter immer mit aus, da in manchen Fällen ein Zugang zu einer Wohnung über die Drehleiter schneller und mit weniger Schaden möglich ist, als die Tür zu öffnen. Da die Feuerwehr immer darauf achtet, den geringstmöglichen Schaden zu verursachen, wird diese Möglichkeit immer in Betracht gezogen.

Gegen 12:40 Uhr ging der nächste Notruf in der Leitstelle ein, diesmal meldete die Polizei, dass es im Kreuzungsbereich Berliner Str./Neißestr. zu einem Verkehrsunfall gekommen sei. Näheres sei nicht bekannt, aber es würde vorsichtshalber ein Rettungswagen benötigt. Bei unklaren Meldungen über Verkehrsunfälle wird durch die Feuerwehr Salzgitter aber immer der Einsatzführungsdienst, ein Löschfahrzeug sowie der Rettungsdienst alarmiert, da sich vor Ort meistens herausstellt, dass mehr Hilfe benötigt wird. Dies hat sich auch in diesem Fall wieder einmal bewahrheitet. Auf der Kreuzung waren zwei PKW kollidiert. Betriebsmittel sind ausgeflossen und es gab insgesamt 3 Verletzte Personen, so dass nach der ersten Lageerkundung noch ein weiterer Rettungswagen und aufgrund des Verletzungsmusters einer Patientin auch noch der Notarzt nachalarmiert wurden. Die Kräfte der Feuerwehr halfen bei der Absicherung der Einsatzstelle, streuten ausgelaufene Betriebsstoffe ab und unterstützten den Rettungsdienst bei der Versorgung der Verletzten, bis die nachgeforderten Rettungsdiensteinheiten eintrafen. Hier ist es wieder von unschätzbarem Vorteil, dass alle Kollegen der Berufsfeuerwehr auch eine rettungsdienstliche Ausbildung haben und regelmäßig im Rettungsdienst eingesetzt werden, so kann sehr schnell auch eine größere Anzahl an Patienten fach und sachgerecht versorgt werden. Nachdem die Patienten dem vom Rettungsdienst übernommen worden sind, wurden die verunfallten PKW auf den Fußweg geschoben und die Straße gereinigt, so dass der Verkehr wieder ungehindert fließen konnte.

Um 15:51 wurden die Kräfte der Berufsfeuerwachen Lebenstedt und Bad durcheine ausgelöste automatische Brandmeldeanlage in einem Industriebetrieb alarmiert. Unterstützt wurden sie dabei durch die Ortsfeuerwehr Lichtenberg und die Werkfeuerwehr des betroffenen Betriebes. Vor Ort stellte sich glücklicherweise sehr schnell heraus, dass ein technischer Defekt zu der Alarmierung geführt hatte und keine weiteren Maßnahmen durchgeführt werden mussten.

Um 17:33 Uhr wurden die Kräfte der Wachen in Lebenstedt und Bad erneut alarmiert, diesmal mit dem Stichwort Brand 3 in der Goethestr. Dies bedeutet, dass es sich um ein Feuer mit Menschenleben in Gefahr handelt. Unterstützt wurde die Berufsfeuerwehr diesmal von der Ortsfeuerwehr Lebenstedt. Da sich die Einheiten der Berufsfeuerwehr gerade im Klinikum Lebenstedt aufhielten, wo sie einer Rettungsdienstfortbildung beiwohnten, waren die Kräfte sehr schnell vor Ort. Es stellte sich heraus, dass in einer Wohnung ein Fernseher sowie Teile des Mobiliars im Wohnzimmer brannten. Die Wohnungsinhaberin hatte die Wohnung bereits verlassen, wurde aber vorsorglich mit dem Verdacht auf eine Rauchgasinhalation durch den Rettungsdienst versorgt und ins Krankenhaus verbracht. Die Kräfte der Feuerwehr setzten zunächst einen sogenannten mobilen Rauchverschluss. Dies ist ein nichtbrennbarer schwerer Stoffvorhang, der in Türrahmen geklemmt werden kann, um eine Rauchausbreitung zu verhindern. So kann die Feuerwehr in verrauchte Wohnungen eindringen, ohne dass der Treppenraum oder andere Wohnungsteile mit Rauch beaufschlagt werden. Dadurch bleiben die Fluchtwege rauchfrei und der Brandschaden kann enorm verringert werden. Nachdem der Rauchverschluss angebracht war, ging der Angriffstrupp mit Pressluftatmern ausgerüstet mit einem D-Schlauch (kleinster Schlauchdurchmesser, sehr flexibel und leicht) zum Innenangriff vor und konnte sehr schnell ohne großen Wasserschaden das Feuer löschen. Parallel dazu wurden die Fenster der betroffenen Wohnung durch einen zweiten Trupp geöffnet und der Brandrauch mit einem Hochleistungslüfter, der vor der Haustür aufgestellt wurde, aus der Wohnung herausgedrückt. Zur Sicherheit standen auch 4 Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr mit Pressluftatmern in Bereitstellung, falls sich die Lage kurzfristig ändert oder ein Trupp in Not gerät. Glücklicherweise brauchten die Kameraden nicht mehr einzugreifen.

Um 19:38 Uhr wurden die Kräfte der Wache der Berufsfeuerwehr aus Lebenstedt in die Schubertstr. alarmiert. Hier hatten besorgte Nachbarn bei der Polizei eine hilflose Person in der Wohnung gemeldet. Beim Eintreffen konnte der Einsatzleiter durch die geschlossene Tür Kontakt mit der Person aufnehmen und bemerkte auch, dass in der Wohnung ein Rauchmelder ausgelöst hatte. Da die Person hinter der Tür nicht mehr in der Lage war, die Tür selbstständig zu öffnen, wurde dies in Sekundenschnelle durch die Feuerwehr erledigt. Kaum war die Tür offen, war leichter Brandrauch wahrzunehmen. Deshalb wurde die in der Wohnung befindliche Person blitzschnell von einem Kollegen in den Flur gezogen und die Wohnungstür wieder verschlossen, damit eine Rauchausbreitung in das restliche Gebäude verhindert wurde. Die Person wurde vom Rettungsdienst unter Verstärkung eines Kollegen der Feuerwehr in einem gesicherten rauchfreien Bereich versorgt während sich parallel zwei Trupps mit Atemschutz ausgerüstet haben. Diese haben, nachdem die Wohnungstür wiederum mit einem mobilen Rauchverschluss versehen wurde, mit einem D-Schlauch um Wasserschaden zu vermeiden, die Wohnung betreten und einen verschmorten Wasserkocher auf dem eingeschalteten Elektroherd vorgefunden. Die glimmenden Überreste konnten mit wenig Wasser gelöscht werden. Anschließend wurde die Wohnung wiederum mittels eines Hochleistungslüfters rauchfrei gemacht. Zwei Kanarienvögel haben das Brandereignis unbeschadet überstanden. Der gesamte Einsatz war aufgrund des umsichtigen Handelns und der guten Ausbildung der Kollegen innerhalb weniger Minuten abgeschlossen. Festzustellen bleibt, dass in diesem Fall wieder das Motto gilt: Rauchmelder retten Leben!
Denn nur durch den ausgelösten Rauchmelder wurden die Nachbarn auf die Situation aufmerksam und konnten die Feuerwehr rechtzeitig alarmieren, so dass für den Wohnungsinhaber das Ganze noch glimpflich ausgegangen ist. Auch wenn die Feuerwehr in diesem Fall mit einem nicht zutreffenden Einsatzstichwort alarmiert wurde, konnte sie adäquat Hilfe leisten, da die Fahrzeuge und vor allem das Personal multifunktional einsetzbar sind und auch bei vermeintlich einfachen Alarmstichworten die Minimalfahrzeugkonstellation von Einsatzleiter, Löschfahrzeug und Drehleiter ausrückt.


Nunmehr um 22:30 Uhr hoffen alle Einsatzkräfte auf eine einsatzfreie Nacht im Interesse der Bürgerinnen und Bürger, aber wenn die Feuerwehr gebraucht wird, ist sie natürlich zur Stelle!