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KatS-Stab Salzgitter übt an der AKNZ in Ahrweiler

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Wie ein Katastrophenstab der Stadt Salzgitter agieren muss, wenn ein Stromausfall im Stadtgebiet sich über eine Woche hinzieht, das probte ein Stab aus 22 Mitgliedern in der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz (AKNZ) im rheinland-pfälzischen Ahrweiler.

 

 


















In der Akademie des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hatte sich eine Gruppe aus Professionellen und fachlich versierten Ehrenamtlichen eingefunden, um den Ernstfall zu simulieren. Unter der Leitung von Stadtrat Ekkehard Grunwald waren dabei: Vertreter der Stadt aus den Sparten Verwaltung, IT, Berufsfeuerwehr und Presse-/Öffentlichkeitsarbeit sowie der Polizei, der Bundeswehr, der Werkfeuerwehr der Salzgitter AG, der WEVG, der Freiwilligen Feuerwehr, des THW, des Kriseninterventionsteams und der Johanniter Unfallhilfe.
Ziel der Übung war, aus dieser unterschiedlich zusammengesetzten Gruppe ein Team zu bilden, das fachübergreifend auch unter Zeitnot und Stress zusammen arbeitet.

Folgendes Szenario wurde angenommen: In einer nordrhein-westfälischen Großstadt mit zirka 500.000 Einwohnern brach an einem Freitagnachmittag das Stromnetz zusammen - die angrenzenden Städte und Landkreise sowie Bundesländer folgten. Ursache war ein europaweit wütender Orkan, der die Hochspannungsleitungen zerstörte. Die fiktive Stadt wurde von der Stromversorgung abgeschnitten. Für die Haushalte, die Gewerbe- und die Industriebetriebe, Krankenhäuser, Kraftwerke, Straßenbahnen und viele andere mehr brach die Stromversorgung zusammen. Die Wasserver- und -entsorgung funktionierte nicht mehr. Von dem Stromausfall waren Ampeln und Tankstellen ebenso betroffen wie Supermärkte und der zum Erliegen gekommene Zugverkehr. Hinzu kam der Ausfall der Telekommunikation, zunächst für das Mobilfunknetz und Internet, später auch für das telefonische Festnetz.

Der Führungsstab erhielt die Aufgaben, die Arbeit von zwei Technischen Einsatzleitungen zu koordinieren, die im südlichen und nördlichen Bereich der Stadt alle möglichen Einsätze übernehmen sollten, sowie die dringend erforderliche Information der Bevölkerung sicherzustellen. Hinzu kam die fachliche Beratung des Oberbürgermeisters, die Erstellung eines Lagebildes, die Abarbeitung der Schadenslage und die Sicherstellung der Lageinformation für alle Stabsmitglieder .
Der Stab sorgte schnell dafür, dass im gesamten Stadtgebiet über 2.000 Kräfte im Einsatz waren. Erschwert wurde die Arbeit durch das Wetter. Der Orkan hatte Dächer abgedeckt und bei Bäumen für Windbruch gesorgt. Außerdem musste die Evakuierung eines von Hochwasser bedrohten Stadtgebietes durchgeführt werden. Hinzu kamen zahlreiche Unfälle, was zur Sperrung eines wichtigen Autobahnabschnittes führte.

Eine direkte Telefonnummer für die Information der Bürger wurde eingerichtet und die Bevölkerung über die Presse informiert. Die Gerätehäuser der Freiwilligen Feuerwehren, das Rathaus und die Polizeidienststellen wurden zu Informationszentralen, wo die Bürger, die kein Notstromaggregat oder batteriefähiges Radio hatten, mündlich und per Handzettel mit Informationen und Verhaltenstipps versorgt wurden. Die Polizei informierte außerdem über Lautsprecherwagen, mit denen sie durch die Stadt fuhr.
Stadtrat Ekkehard Grunwald zog als Resümee nach fünf Tagen intensivem Training: "Die Stadt Salzgitter muss mit dem erforderlichen Katastrophenstab und all ihren Einsatzkräften für Katastrophenfälle zum Schutze der Bevölkerung gut aufgestellt sein." Dies sei gelungen. Alle hätten Dank aufschlussreicher Einzelgespräche mit der Übungsleitung der AKNZ viele neue Anregungen mitgenommen, wie der Katastrophenstab sich noch besser auf den Krisenfall einstellen kann, ergänzte der Fachdienstleiter Feuerwehr Arne Sicks.